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Abenteuer Liebe ist ein Baustein in der sexuellen Bildung. - Foto: Syda Productions/Shutterstock.com

Sexualpädagogik in der Katholischen Kirche nach europäischen Standards

Das Projekt „Abenteuer Liebe“ der Katholischen Kirche Steiermark hat seit zwei Jahrzehnten Erfahrung in Sexualpädagogik mit Kindern und Jugendlichen.

Mit etwa 500 Workshops im Jahr ist „Abenteuer Liebe“ der zweitgrößte Anbieter auf dem Gebiet der Sexualpädagogik an steirischen Schulen.

Die Inhalte der Workshops orientieren sich an den Vorgaben des „Sexualerziehungserlasses des Bundesministeriums“ und an den „Standards für Sexualerziehung in Europa“. Darin geht es vor allem darum, den eigenen Körper zu akzeptieren und wertzuschätzen, ein positives Selbstbild und Selbstwertgefühl aufzubauen, davon überzeugt zu sein, selbst etwas zu bewirken und selbst handeln zu können.

„Auch die Gleichberechtigung der Geschlechter anzuerkennen ist ein wichtiger Teil der Workshops“, betont die Projektleiterin Ingrid Lackner. Es geht darum eine positive Geschlechtsidentität und sexuelle Identität auszubilden und die Gefühle, Grenzen, Bedürfnisse und Meinungen anderer zu akzeptieren. 

Vielfalt von Beziehungen akzeptieren

Ebenso, dass Sexualität freiwillig, gleichberechtigt und altersgerecht ist und es immer eine Wahl- und Entscheidungsmöglichkeit gibt, denn jeder und jede ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden von sich und anderen verantwortlich. Die Vielfalt von Menschen und ihre Beziehungen und Lebensstile zu akzeptieren ist ein großes Anliegen von „Abenteuer Liebe“ und auch der Katholischen Kirche Steiermark. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche unterschiedliche Ethnien, Kulturen und Religionen respektieren und dass sie Verantwortung, Ehrlichkeit, Respekt und Gleichberechtigung als die Grundlage menschlicher Beziehungen und einer humanen Gesellschaft anerkennen. Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung sollen sie entschieden entgegentreten.

„Sexuelle Bildung hat die Aufgabe, Jugendliche zu begleiten und zu bestärken, ihre eigene sexuelle Orientierung zu finden, zu akzeptieren und verantwortlich zu leben. Auch sollen sie mit Fragen, die sich aus dem Pornokonsum ergeben, nicht alleine gelassen werden, “ so Lackner. 

„Wir distanzieren uns klar von den Inhalten und Haltungen, die bei ,TeenStar‘ zu Recht beanstandet wurden und fordern dazu auf, nicht alle sexualpädagogischen Projekte der katholischen Kirche reflexartig in ein Eck zu stellen,“ stellt die Projektleitern Ingrid Lackner klar.

Staatliche Überprüfung

Das Institut für Ehe und Familie (IEF) der österreichischen Bischofskonferenz hat die genaue Prüfung aller externen Anbieter von Sexualkunde an Schulen - darunter auch der christliche Verein "Teenstar" - durch das Bildungsministerium begrüßt. "Die Stärkung wertorientierter Sexualpädagogik ist Gebot der Stunde", erklärte IEF-Direktor Johannes Reinprecht. Man hoffe auf eine unabhängige und sachorientierte Prüfung und werde bis zum Vorliegen der Ergebnisse mit "Teenstar" aufgrund bisher "sehr guter Erfahrungen" jedoch vorerst festhalten.